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Die Energieeinsparverordnung 2016

Umwelt- und Klimaziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahre 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Neben Förderprogrammen und Sanierungsfahrplänen der Bundesregierung stellt die EnEV ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Ziele dar.

Wer bauen oder sanieren möchte, für den gilt die Energieeinsparverordnung: Sie regelt die Vorgaben, die Gebäude zum Zeitpunkt der Bauabnahme erfüllen müssen. Seit der Einführung im Jahr 2002 wurde die EnEV stetig weiterentwickelt. Die letzte Novelle zur EnEV trat zum 1. Mai 2014 in Kraft und enthält unter anderem eine Anhebung der Neubauanforderungen, die zum 1. Januar 2016 wirksam geworden ist.
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Mit der EnEV 2014 hat die Bundesregierung das Fundament für Umsetzung der europäischen Richtlinie für energieeffiziente Gebäude 2010/31/EU gelegt. Diese besagt, dass ab 2021 in der EU nur noch Niedrigstenergie-Neubauten errichtet werden dürfen. Behördengebäude müssen diesem Standard ab 2019 entsprechen.

Verringerter Primärenergiebedarf, verbesserte Wärmedämmung
Die EnEV 2014 regelt die Maßstäbe für den höchstzulässigen Jahres-Primärenergiebedarf von Neubauten neu: So wird ihr Primärenergiebedarf zwar wie gehabt mit dem höchstzulässigen Primärenergiebedarf von Musterbauten verglichen – aber seit Januar 2016 muss dieser 25 Prozent unter dem des Referenzgebäudes liegen. Nicht erfüllen müssen diese Verschärfung Nichtwohngebäude mit mehr als 4 Metern Raumhöhe, wenn sie von dezentralen Gebläse- oder Strahlungsheizungen beheizt werden. Die Anforderungen an den Wärmeschutz der Gebäudehülle verschärfen sich um durchschnittlich 20 Prozent.

EnEV-easy für ungekühlte Wohngebäude
Die novellierte EnEV 2014 führte aber auch Erleichterungen ein: So entfällt der EnEV-Nachweis für neue ungekühlte Wohngebäude, wenn sie gewisse Ausstattungsvorgaben erfüllen. Diese Vorgaben beziehen sich auf Größe, Form, Ausrichtung und Dichtheit des Gebäudes, auf die Vermeidung von Wärmebrücken sowie den Außenbau-Anteil zur gesamten wärmeübertragenden Umfassungsfläche. Ebenfalls vom EnEV-Nachweis befreit sind Ferien- und Wochenendhäuser – wenn sie hauptsächlich im Frühjahr und Sommer genutzt werden und weniger als 25 Prozent der Energie verbrauchen, die bei ganzjähriger Nutzung anfiele.

Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien
Die Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien ist bereits in der EnEV 2009 geregelt worden. Dieser Strom darf vom Endenergiebedarf des Neubaus abgezogen werden, wenn er in oder am Gebäude erzeugt und vorrangig in diesem genutzt wird. Die entsprechenden Berechnungsverfahren liefert nun die novellierte EnEV: Seit Mai 2014 bestimmen Sachverständige den Strombedarf als Monatswert mittels DIN V 18599; bei Strom aus Windenergie erfolgt dies auf Basis DIN V 18599, Teil 10.
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Um die angestrebte Erhöhung der Gesamteffizienz von Bestandsgebäuden zu erreichen, setzt die Bundesregierung vor allem auf den Ausbau und die Aufstockung von Fördermaßnahmen. Entsprechend moderat fällt die Verschärfung der Vorgaben für die Sanierung und Modernisierung im Vergleich zur EnEV 2009 aus:

30 Jahre oder ältere Heizungen müssen ausgetauscht werden
Gemäß EnEV 2014 darf seit 1. Januar 2015 kein Heizkessel mehr betrieben werden, der 30 Jahre oder älter ist. Von dieser Regelung ausgenommen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturkessel mit hohem Wirkungsgrad. Eigentümer, die ihr Ein- oder Zweifamilienhaus bereits seit 1. Februar 2002 selbst bewohnen, sind von der Austauschpflicht befreit. Nach einem Eigentümerwechsel muss der Käufer die 30 Jahre oder ältere Heizung innerhalb von zwei Jahren austauschen.

Präzisierte Anforderungen bei Veränderungen an Außenflächen
Die EnEV 2014 stellt eindeutig klar, dass bei Änderung, Erweiterung oder Ausbau von Gebäuden nur diejenigen Außenflächen die verschärften EnEV-Anforderungen erfüllen müssen, die tatsächlich „angefasst“ wurden. Die EnEV 2009 besagte dies zwar auch schon – wurde aber an dieser Stelle häufig missverstanden.

Vereinfachter Nachweis für bauliche Erweiterungen
Baut der Eigentümer sein Bestandsgebäude an oder aus, so resultieren die zu erfüllenden Anforderungen aus der Tatsache, ob er die Gelegenheit zur Heizungsmodernisierung nutzt oder nicht. Bei neu installierter Heizung müssen die veränderten Gebäudeteile seit 2016 die Neubau-Anforderungen der EnEV 2014 erfüllen. Werden die veränderten Gebäudeteile mit der bestehenden Heizung beheizt, dann müssen diese die Anforderungen für die Bauteil-Sanierung im Bestand erfüllen. Bei mehr als 50 Quadratmetern neuer Nutzfläche gilt es zudem, die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz zu erfüllen.

Normierte Decken-Dämmpflicht
Um die Decken-Dämmpflicht von Bestandsbauten eindeutig zu klären, führte die EnEV 2014 den Mindestwärmeschutz gemäß DIN 4108, Teil 2 (Ausgabe Februar 2013) ein: Zugängliche Decken beheizter Räume gegen unbeheizten Dachraum mussten bis Ende 2015 auf einen maximalen Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von 0,24 Watt/(m²K) gedämmt werden. Alternativ kann der Eigentümer das darüber liegende Dach entsprechend dämmen.
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Enter the name for this tabbed section: Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick & FAQ
Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:

1. Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen (Gesamtenergieeffizienz) an neu gebaute Wohn- und Nichtwohngebäude um 25 Prozent seit 1.1.2016. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss zudem im Schnitt etwa 20 Prozent besser ausgeführt werden.

2. Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden und nach dem 1.1.1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Wurden die entsprechenden Heizkessel vor 1985 eingebaut, dürfen diese schon seit 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie für bestimmte selbstnutzende Ein- und Zweifamilienhausbesitzer.

3. Oberste Geschossdecken in Bestandsgebäuden, die nicht den Mindestwärmeschutz erfüllen, müssen seit dem 1.1.2016 gedämmt sein (U-Wert kleiner/gleich 0,24 W/m² K). Die Forderung gilt als erfüllt, wenn das darüber liegende Dach gedämmt ist oder den Mindestwärmeschutz erfüllt.

4. Für den Gebäudebestand sind darüber hinaus keine wesentlichen Verschärfungen vorgesehen.

5. Neuskalierung des Bandtachos im Energieausweis für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a) und Stärkung der Modernisierungsempfehlungen. Der Bandtacho wird zusätzlich durch Energieeffizienzklassen von A+ bis H ergänzt.

6. Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind künftig verpflichtet, den Energieausweis an Käufer bzw. Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden.

7. Energetische Kennwerte (Endenergie) müssen künftig im Falle des Verkaufs oder der Vermietung in Immobilienanzeigen angegeben werden. Liegt ein Energieausweis mit Energieeffizienzklasse vor, muss die entsprechende Einstufung auch veröffentlicht werden.

8. Erweiterung der Aushangpflicht für Energieausweise für öffentliche Gebäude mit starkem Publikumsverkehr ab 500 m² Nutzfläche (ab dem 8. Juli 2015 mehr als 250 m²) und entsprechende private Gebäude ab 500 m² Nutzfläche.

9. Senkung des Primärenergiefaktors von Strom auf 2,4 und seit 2016 auf 1,8.

10. Einführung von Stichprobenkontrollen für Energieausweise.

11. Einführung eines Kontrollsystems für Inspektionsberichte von Klimaanlagen.

Fragen und Antworten zum Thema EnEV erhalten Sie unter:

www.enev-online.de
www.zukunft-haus.info
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